Schauspiel mit Live-Musik
Von und mit Marco Michel
2022 berührte und begeisterte Marco Michel in dem Stück „Ein Kuss“ über den Maler Antonio Ligabue. Mit seiner neuen Produktion gestaltet er eine Hommage an den außergewöhnlichen Berner Blues-Musiker Niklaus Friedli, die er als Reise in die Tiefen der menschlichen Psyche umsetzt.
Der Soloabend erzählt vom Leben von Niklaus Friedli, einem Pianisten, der in den 1970er-Jahren dem Blues Berndeutsch beigebracht hat. Von ihm gibt es nur ein einziges Album, dessen Stücke man aber bis heute kennt. Unvergessen sind seine lakonischen und originellen Beobachtungen. Neben seiner ausgeprägten Lebenslust und seiner Leidenschaft für die Musik war sein Leben auch immer wieder gezeichnet von Krisen und langen Klinikaufenthalten, trotz oder wegen derer er seinen ganz eigenen, unverkennbaren Musikstil entwickelt hat. Es ist die Geschichte von einem Gratwanderer, der nach und nach an den Rand gespült wurde – bis er dort den Zug nahm, wo es keinen Bahnhof gab und seinem Leben somit frühzeitig ein Ende setzte.
Wie schon „Ein Kuss“ besteht auch dieser Soloabend wieder aus mehreren Kunstrichtungen: Diesmal nicht aus Schauspiel und Malerei, sondern aus Schauspiel und Musik – mit einem sich ständig wandelnden Bühnenbild.
Der Abend ist nicht einfach nur die Wiedergabe von Friedlis Biografie, sondern auch eine Auseinandersetzung mit den beiden Konstrukten „Wirklichkeit“ und „Fantasie“ – etwas, womit sich Friedli aufgrund seiner psychischen Erkrankung auch immer wieder auseinandersetzen musste. Und wie Friedli verliert auch das Publikum manchmal den Boden und muss neuen Halt suchen. Denn offenbar ist die Wirklichkeit nicht so verlässlich wie sie scheint – und die Fantasie zentraler Bestandteil ihrer Erschaffung. Marco Michel schrieb das Drehbuch, produzierte das Stück und führte dabei auch Regie.
Das Berndeutsche, in dem Friedli gesungen hat, ist eine wunderbar poetische Sprache. Marco Michel hat die Songs in ein Hochdeutsch übersetzt, das die ursprüngliche Poesie bewahrt und das es auch einem nicht schweizerischen Publikum erlaubt, Friedlis Texten und sprachlichen Eigenheiten zu folgen. So werden alle Lieder auch im hohen Norden gut verstanden.
„Schlicht ergreifend“, urteilte die Neue Züricher Zeitung über das Stück.
Kostenfreier Einführungsvortrag im Saal Bever um 19:15 Uhr.
Vorverkaufsbeginn: Montag, 31. August 2026
Weitere Infos und Karten sind im Kulturbüro Beverungen erhältlich: Tel. 0 52 73 – 392 223.
Die Abendkasse öffnet am Veranstaltungstag um 19 Uhr.